vergangene Meditationen

Die Entwicklung der Empathie

Meditation am Samstag, 16. November 2019

Nach der Asana-praxis (Ausführung von Yoga-Übungen) begrüßt Heinz Grill weitere zur Meditation hinzukommende Teilnehmer. Viele waren anwesend, die meisten aus Deutschland und ein relativ großer Anteil aus Italien.

Es beginnt die Meditation mit der Suche nach einem Meditationsthema. Heinz Grill hat beobachtet, dass es heutzutage viele Reaktionen gegen schlechte Dinge gibt, zum Beispiel gegen Politik, gegen das Klima, aber oft ohne großen Erfolg. Hingegen wir haben nur wenige Ideen für eine neue und ideale Kultur. Wir haben viele Reaktionen gegen Kriege, aber es gibt keine wirkliche Kultur des Friedens.

Sat oder Asat, diese zwei Begriffe der altindischen Sanskrit-Sprache, bedeuten Sein oder Nichtsein, was so viel heißt wie einen Gedanken/ein Ideal zu denken (Sat) oder nicht zu denken (Asat). Leider ist es ersichtlich, dass wir heute eine Asat-Situation haben, eine Kultur des Nichtseins, denn die Ideale, z. Bsp. wie eine Gesellschaft in Frieden aussieht, werden nicht gedacht.

Der Vorschlag von Heinz Grill für die Meditation war nun, eine Vorstellung, ein Bild zu erschaffen für eine ideale Kultur, für den Weltfrieden.

Heinz Grill sagt, dass Italien nach seiner Einschätzung für den Beginn dieser Kultur sehr gut geeignet wäre, während Deutschland eine gute Wirtschaft hätte, aber es hat diese auf Kosten anderer. Es fehlt in Deutschland das Seelisch-Geistige, es fehlt der Mut zur Unabhängigkeit, man denkt nur an die Wirtschaft und das Ich fehlt. Der Italiener hingegen weiß, dass er nicht auf den Staat, nicht auf die Wirtschaft zählen kann, er muss förmlich immer wieder neue Ideen für sein Leben finden.

Man solle sich eine ideale Friedenskultur vorstellen, die vom Menschenbild, von den Möglichkeiten des Menschen ausgehen und nicht auf den richtigen Staatspräsidenten oder auf ein neues Gesetz warten.

Heinz Grill fragt, wie viele der hier Anwesenden Sirsasana (den Kopfstand) können, einige waren in der Lage, andere nicht, und wieder andere konnten nur einige Sekunden auf dem Kopf stehen. Diese Stellung könnte jeder der hier Anwesenden in 3, 4 bis 5 Monaten erlernen. Wichtig ist, dass wir uns nicht durch den physischen Körper begrenzen, wir müssen das Ziel, den Kopfstand zu können, denken und wollen, dann üben wir mit Fleiß und am Ende sehen wir die Verwirklichung. Es wäre ein Fehler zu denken, dass wir den Kopfstand nicht erlernen könnten. Und ebenso ist es ein Fehler zu denken, dass wir die Dinge nicht ändern könnten. Der Mensch kann mit seinen Ideen das Wetter beeinflussen, denn das Wetter hängt vom Menschen ab, von seinen Vorstellungen und seinen darauf folgenden Handlungen.

Im Trentino wurde ein Komitee gegründet, das sich für die Umwandlung der Region in einen Biodistrikt einsetzt. Das Integrieren von Kultur, Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft ist das Ziel. Es ist der Mensch, der die Atmosphäre beeinflusst, es ist immer der Mensch, der die Natur verschmutzt oder eben nicht verschmutzt, sondern auch bereichern kann. Es ist der Landwirt, der Pestizide verwendet oder wie gesagt, auch nicht verwendet. Es ist der Mensch, der die Natur beeinflusst, es ist sein Denken und es sind seine Handlungen, die sich in der Atmosphäre und auf der Erde widerspiegeln.

Heinz Grill fragt die Teilnehmer, was ein Gedanke für den Weltfrieden sein könnte.

Ein Teilnehmer sagt, man solle den anderen besser sehen und wahrnehmen. Er hat beobachtet, dass sich die Menschen gar nicht mehr so richtig in die Augen schauen.

Eine andere Person berichtet von einer Aussage Rudolf Steiners: Dem Gegenüber eine Minute lang in die Augen zu schauen, ist eine Ich-Aktivität, es hat etwas mit Moralität zu tun. Durch einen Blick in die Augen, kann man erkennen ob der Andere lügt.

Heinz Grill erklärt, dass wir Empathie lernen müssen, und zwar den anderen wirklich zu sehen, ihn wahrzunehmen, zu erkennen, wie er denkt, wie er etwas macht und warum er heute glücklich ist und morgen vielleicht traurig. Wir müssen ein wirkliches Empfinden füreinander entwickeln.

Die Empathie ist eine Kraft, die der Mensch für den Kosmos, für das Jenseits erschaffen kann, sie kann eine Kraft für das Bewusstsein werden, die spezifisch für das 6. Cakra (6. Energiezentrum) ist. Die Empathiefähigkeit an sich ist eine Kraft des Herzens, diese wird jedoch in eine Kraft der Meditation verwandelt wird, und zwar nicht nur nach dem Tod, sondern auch schon im irdischen Leben.

Das Sehen, Wahrnehmen und Erkennen der Situation und der Haltung des Anderen, erfordert ein kleines Zurücklassen von sich selbst, im Sinne eines Zurücklassens eigener Vorurteile, Projektionen usw., damit dem Anderen wirklich empathisch begegnet werden kann. Durch dieses Zurücklassen erbringt der Mensch also ein kleines Opfer, und es ist nun der Engel, der diese Kraft ins Jenseits führt und dann in eine Kraft der Meditation verwandelt.

Es stellte sich daraufhin die Frage nach dem Unterschied zwischen Hingabe und Empathie:

Vielleicht wird der Begriff Hingabe mehr in der Religion verwendet. Eine gängige Definition beschreibt die Hingabe als ein starkes, leidenschaftliches Interesse an jemandem oder etwas, dass bis hin zur Selbstaufopferung, durch eine übermütige und selbstlose Bereitschaft führen kann. (https://www.wertesysteme.de/hingabe/) Heinz Grill erläutert, dass die Hingabe oft missverstanden wird, denn in Wirklichkeit handelt es sich um eine höhere Kraft, als in der Definition beschrieben. Es ist ein Fehler, Hingabe als Selbstaufopferung oder Devotion ohne Ich zu verstehen (Heinz Grill macht eine Geste einer frommen Verneigung mit vor der Brust zusammengeführten Händen), aus einer spirituellen Sicht wäre sie vielmehr die Grundlage für menschliche Beziehungen. Es beginnt mit der Aufmerksamkeit auf den Anderen, erweitert sich durch Hingabe zum Anderen und dann kommt das Einfühlen in den Anderen und schließlich verstehen wir den Anderen. Das „Ich“ wird nicht abgegeben, sondern spielt in diesem Prozess sogar eine entscheidende Rolle.

Indem wir Empathie entwickeln, schaffen wir auch eine Kraft für Andere und diese Kraft, die der Engel ins Jenseits trägt, wird wiederum zu einer Kraft der Bewusstseinsseele.

Heinz Grill erklärt, dass es vorkommen kann, dass wir in einer Meditation, die die Kraft der Konzentration erfordert (6. Cakra), nicht konzentriert genug sind. Es muss sich nicht unbedingt um unsere eigene Schwäche handeln, es kann auch daran liegen, dass Andere diese Kraft der Empathie nicht erschaffen, obwohl sie es könnten. Dieser Mangel an Kraft fehlt nun denjenigen, die meditieren wollen.

Was fördert die Kraft der Bewusstseinsseele?

Die Empathie schafft die Grundlage für das gesamte Bewusstsein, es wäre wie das Fundament für den Bau eines Hauses. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Empathie und Bewusstseinskraft. Wenn wir einer Person begegnen, die empathisch ist, ist es eine große Freude, und laut Eindruck der hier schreibenden Autoren werden auch die Gedanken geordnet.

Meditationssatz war, dass „jeder Mensch die Fähigkeit hat, Empathie für die Zukunft zu entwickeln und dass jeder Mensch die Empathiefähigkeit in Anderen fördern kann“.

Nach der Meditation schlägt Heinz Grill den Anwesenden vor, eine Forschung über Empathie in den verschiedenen Lebensbereichen durchzuführen.

Empathie ist uns innewohnende eine Kraft und der Engel bringt diese Kraft ins Jenseits, die dann durch die Verwandlung allen als eine Kraft der Konzentration zur Verfügung steht. Indem wir glauben, dass wir diese Kraft haben, fördern wir auch das Selbstwertgefühl sowohl in uns als auch im Anderen.

Caterina in Zusammenarbeit

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