vergangene Meditationen

Am Samstag, den 13. Oktober 2018, waren Teilnehmer verschiedenster Nationalitäten (Italien, Deutschland, Österreich, England) bei der Meditation in Lundo anwesend. Gemeinsam mit den Teilnehmern wiederholte Heinz Grill das Thema der Meditation vor einer Woche, welches die Unterscheidung von den drei Teilen des Menschen war. Der Mensch besteht aus dem physischen Körper, der Seele und einem geistigen Anteil.

Man ist geneigt zu sagen, dass man den Körper gut kennt. Was benötigt der Körper?

Die Antworten waren: Nahrung, Wasser, Luft, Wärme, Kleidung usw.. Was aber ist das Prinzip, dem der Körper unterliegt? Was ist die Charakteristik dieser rein physischen Ebene? Man kann sagen, dass dieser Anteil des Menschen dem Konsumprinzip unterliegt. Der Körper konsumiert.

Und der seelische Anteil des Menschen? Was ist das Merkmal der Seele? Was will die Seele? Die Seele, im Gegensatz zum Körper, will nicht konsumieren, sondern sie will geben. Sie will sich ausdehnen, Grenzen überschreiten, sich weiten. Sie will auch verbinden, nicht spalten und sie ist das Verbindende zwischen dem Geistigen und dem Körper. Die Seele wird auch mit dem Bewusstsein gleichgesetzt. Das Prinzip, dem die Seele unterliegt ist das Gebende, und sie will sogar noch mehr, sie will sogar ein Opfer bringen für ein Ideal. Sie will sich sozusagen opfern für ein höheres Ideal. Wenn wir eine Yogaübung praktizieren, und wir praktizieren sie nicht nur auf physische Art und Weise, sondern wir widmen die Übung dem Frieden in der Welt, dann haben wir somit eine erste einfache Art mit der Übung eine Gabe bzw. Opfer für ein höheres Ideal darzubringen.

Und was ist der Geist? Es ist nicht einfach zwischen der seelischen und der geistigen Ebene zu unterscheiden, weil sie sehr eng beieinanderliegen. Man kann sagen, dass die Entwicklung sehr nah mit dem Geist einhergeht. Geist und Entwicklung sind eng mit einander verbunden. Der Geist ist frei, er ist immanent, er ist unantastbar, transzendent. Aber ist er auch in uns? Diese Frage beschäftigt auch seit langer Zeit viele Philosophen. Die Kirche definiert den Geist mit der Dreifaltigkeit außerhalb des Menschen: Vater, Sohn und heiliger Geist. Verschiedenste Philosophen jedoch sind zu dem Entschluss gekommen, dass der Mensch den Geist auch in sich hat. Die Erde wurde von Gott erschaffen, aber auch der Mensch hat Schöpferkräfte, mit denen er schaffen kann. Diese sind dem Menschen gegeben. Das Geistige ist die Schöpferkraft und auch der Mensch besitzt diese Kraft, er hat die Fähigkeit, etwas zu schaffen.

Es befindet sich in allen Erfindungen, in allen Gegenständen, die vom Menschen geschaffen wurden der Geist?“ war eine schlussfolgernde Frage eines Teilnehmers. Ja, es befindet sich der Geist in diesen Dingen, aber wenn man bspw. die Erfindung der Atombombe betrachtet, die dazu dient das Leben unzähliger Menschen zu vernichten, dann handelt es sich um Missbrauch dieser Schöpferkraft.

Im Yoga spricht man von dem Selbst, in der Anthroposophie von dem Ich hinsichtlich des spirituellen Anteils des Menschen. In der Yogastunde, die zuvor mit Heinz Grill stattgefunden hat, wurde mit dem Ich begonnen um das Bewusstsein zu erweitern, das sich wiederum im Körper ausdrückt. Im Beispiel von trikonasana, dem Dreieck, entscheidet man mit dem Ich die Weite zu kreieren. Mit der Vorstellung für die notwendigen Schritte um dieses Ziel auf der physischen Ebene mit dem Körper zu realisieren wird das Bewusstsein/die Seele aktiviert. Danach wird die Übung körperlich ausgeführt, wo sich die Weite ausdrücken kann. Es wurde ausgehend vom Ich die seelische Eigenschaft der Weite kreiert.

Ein Teilnehmer wies auf die Unterscheidung zwischen dem höheren Selbst und dem niederem Selbst bzw. Ich hin. Wie kann man das verstehen? – Auf keinen Fall sollte damit eine Wertung geschehen: „Du hast ein niedriges Ich!“ Eine Bindung an den Körper, welches durch einen fixierten Atem und zwanghaften, engen Bewegungen zum Ausdruck kommen kann, weist auf ein Ich hin, dass an den Körper gebunden ist. Wenn jedoch mit einer Übersicht verschiedene Teile des Körpers wahrgenommen werden, Teile in Anspannung und andere sind entspannt und der Atem fließt frei, dann ist das Ich freier vom Körper. In diesem Sinne kann man dieses höhere und niedere Ich verstehen, aber in allen beiden Fällen handelt es sich jeweils um ein Ich. Der Unterschied liegt in der Gebundenheit an den Körper.

Die Meditation war der Wunsch, dass jeder Mensch diese drei Teile des Menschen wieder entdeckt: Geist, Seele und Körper.

Es ist möglich, dass jeder für sich reflektiert, wie weit dieses Ideal noch nur eine Idee ist oder ob es schon ein tieferer Wunsch für die ganze Menschheit ist. Heinz rät ein paar Tage, auch einen Monat bei diesem Gedanken zu bleiben, damit diese Idee Substanz gewinnen und zum Wunsch werden kann. Dasjenige, was in der Seele hinzukommt, das bleibt auch nach dem Tod. Der Körper stirbt und auch all das, was der Körper konsumiert hat. Dasjenige aber, was der Einzelne den anderen gegeben hat, was er entwickelt hat, das bleibt auch nach dem Tod.

Und persönlich wollte Heinz Grill noch anmerken, dass sein Ziel, dass keine Institution das menschliche Ich absprechen kann, in Zukunft Verwirklichung finden wird. Das ist bereits durch seine Arbeit manifestiert.

Caterina

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