vergangene Meditationen

Am Samstag, den 13. April, fand die Meditation im Club Hotel in Tenno statt. Es waren viele Personen aus verschiedensten Ländern anwesend, sie kamen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien und den Niederlanden.

Während der vorangegangenen Yogaeinheit wurde die Frage gestellt: “Wie kann man eine Vorstellung bilden?” und nun greift Heinz Grill diese Frage für alle Teilnehmer wieder auf. Zum Beispiel für seinen Beruf, wenn ein Lehrer ein Programm auferlegt bekommt, und er erkennt, dass dieses nicht gut für ihn selbst oder seine Schüler ist. Die Lösung wäre ein neuer, idealer und praktikabler Gedanke. Das Problem heutzutage ist, dass wir keine greifbaren Ideale haben. Auch in der Meditation ist es so, dass oft der Inhalt fehlt.

Wenn Heinz Grill zum Beispiel sagen würde: “Meditiere, wie du willst, denke, was du willst”, wäre es etwas schwierig, sich ein echtes Ideal vorzustellen. Man könnte über den Frieden meditieren oder wie seine Arbeit zu verbessern wäre, aber so würde noch etwas fehlen. In den alten Texten des Veda gab es das Mantra “Asato ma sat gamaya”, das bedeutet: “Führe mich vom Nicht-Sein zum Sein”. Diese Aspekte finden wir auch in Shakespeares Literatur Sein oder Nichtsein”. Heutzutage gibt es diesen Aspekt nicht mehr, sondern wir fühlen, dass wir existieren, weil wir ein Problem haben und dieser Zustand schnürt den Menschen den ganzen Tag über ein, so dass der Inhalt keinen Raum mehr hat.

Als Inhalt für die Meditation wählen wir nun Geist, Seele und Körper.

Heinz Grill fragt die Teilnehmer, ob sie an den Geist glauben. Und sie sagten ja. Heutzutage ist der Geist oft etwas woran man glaubt, nicht etwas, was man kennt. Aber wir müssen den Geist kennen.

Der Geist ist auch der Gedanke, wie eine freie Einheit, den Körper kann man anfassen, den Geist nicht. Wir können den Körper nutzen und wir können ihn gut oder schlecht behandeln, so wie wir es wollen. Der Körper hat eine starke Tendenz, dass es ihm gut geht, dass er gesund ist. Die Seele hingegen, was will die Seele? Will die Seele sich auch so wohl fühlen, wie der Körper? Der Körper hat Bedürfnisse, er braucht Nahrung und anderes mehr, die Seele möchte stattdessen eine Erweiterung, im Sinne des Lernens.

Ein Teilnehmer sagt, dass es sein kann, dass sich die Seele nicht ausdehnen kann, wenn es dem Körper zu gut geht, und Heinz unterstreicht, dass die übermäßige Befriedigung der Wünsche des Körpers nicht förderlich für die Seele ist. Eine Krankheit führt uns oft zu mehr Aktivität, sie führt uns zum Fortschritt.

Was wäre das Prinzip des Geistes? Der Geist möchte die Entwicklung fördern, den Fortschritt. Der physische Körper braucht immer etwas, er will auch Streicheleinheiten. Die Seele hingegen orientiert sich anders und der Geist ist die Freiheit. Geist und Seele bleiben auch nach dem Tod erhalten, der physische Körper nicht. Man kann unterscheiden, wenn die Seele sich zum Geist ausrichtet oder mehr zum Körper neigt. Dem Körper zugewandt ist es Konsum und dem Geist zugewandt führt es zur Entwicklung.

Heinz betont, dass es ist sehr wichtig, dass jeder Einzelne unabhängig wird.

Wenn wir in die Berge gehen, müssen wir Wissen haben, wenn wir klettern und kein Wissen haben, brauchen wir das Seil. Das sollte auch auf dem spirituellen Weg der Fall sein. Der Körper hat seine eigenen Bedürfnisse, aber auf der anderen Seite will die Seele Weisheit, und wenn wir die Seele kennen, können wir Entscheidungen bewusster treffen. Die Ausdehnung in der Seele bleibt auch nach dem Tod erhalten. Und das, was der Mensch im irdischen Leben geschaffen hat, nährt die Seele, so dass sie im Jenseits nicht nur den Leidenschaften unterworfen ist.

Heinz Grill erklärt, dass ein Mensch ein großes Talent haben kann, welches sich bis zum Alter von 20 Jahren, durch eine gute Ausbildung, eine gute Fähigkeit zur Kunst, zur Musik usw. entwickelt. Wenn er aber auf dieser Ebene bleibt und nichts Neues hinzufügt und nicht in den sozialen Bezug bringt, schafft er Karma, er schreitet nicht vorwärts und kann somit die Seele nicht erweitern.

Dieser Yoga ist sehr schwierig, gerade weil man sich nicht auf das gründet, was der einzelne Mensch bereits kann, sondern man beginnt mit dem, was man noch nicht kann und was entwickelt werden muss, und auf diese Weise fügt man etwas Neues hinzu, ansonsten werden Blockaden und Zwänge erschaffen. Wir brauchen neue Erfahrungen, die zu einer Beziehungsebene führen, in der die Seele nach dem Tod Freude erleben kann.

Eine Dimension der Seele im Yoga ist notwendig, auf diese Weise haben wir einen genauen Weg der Spiritualität und es wäre gut, diese in diesem Leben zu entwickeln. Im Yoga gibt es die Tendenz, in der Subjektivität zu bleiben, die Tendenz, bei sich selbst zu bleiben, auch in der Meditation, aber dies führt nicht zur Entwicklung. In den Kampfkünsten ist es anders, weil wir jemanden als Gegenüber haben, auf den wir uns einstellen müssen.

Wenn wir in den Asanas nur Energie aus dem Körper nehmen, bleiben wir an der gleichen Stelle, wir fügen nichts Neues hinzu. Es kann gut tun, aber auf der seelischen Ebene gibt es keine Entwicklung. Wir dürfen nicht nur in uns selbst bleiben, sondern wir sollten immer etwas Neues hinzufügen. In den Übungen müssen diese Fortschritte ersichtlich sein, auch auf der körperlichen Ebene, wir müssen mit etwas Neuem erweitern und dazu müssen wir uns mit der Übung auseinandersetzen.

Und wie könnte die Vorstellung gebildet werden?

Die Seele will dem Leben immer etwas hinzufügen und der Geist will Freiheit, der Geist will auch schöpferisch sein und etwas Neues hervorbringen. Shiva ist der Gott des antiken Indiens und er wird als Zerstörer und Transformator beschrieben. Mehr als Verwandler, denn um etwas zu verwandeln, man muss erst etwas zerstört werden. Das Alte zurücklassen und Neues schaffen.

Der Gedanke beinhaltet etwas, er besitzt einen Zustand des Glücklichseins, und dieses Glücklichsein ist die Verwirklichung des Ziels.

Der Mensch wird mit dem Bedürfnis nach Entwicklung geboren. Wenn die Großmutter dem Jungen sagt: „geh nicht dorthin, denn dort wäre es gefährlich“. Ist es aber wirklich gefährlich dort? Vielleicht werden wir nicht doch weiser mit einer Auseinandersetzung, mit unserer eigenen Erfahrung? Die Kirche konnte den Geist und damit die Entwicklung der Seele im Menschen verleugnen. Als Kind sagten alle zu Heinz, dass Klettern gefährlich sei, aber er ging trotzdem immer Klettern.

Heutzutage ist Denken gefährlich“. In Schulen benutzen Kinder Computer, sie werden mit Begriffen zugefüllt. Die Seele will reich werden, sie will verstehen und sie leidet, wenn sie mechanisiert wird. Um eine seelische Erweiterung zu schaffen, geht man bspw. in die Kopf-Knies-Stellung (paścimottānāsana) nicht bequem hinein, sondern es wird der Rücken gestreckt um weit nach vorne zu wachsen. Somit gibt also Fortschritte, es entsteht eine Erweiterung.

So können wir nicht nur in der Sonne liegen und das Licht konsumieren, aber wir können zum Beispiel beobachten, wie das Licht ist. Wie ist es am Morgen, am Abend… Die Seele ist aktiv und der Geist ist die Schöpferkraft, die verändern will. Der Körper hat Wünsche, die Seele will sich ausdehnen, erweitern und der Geist will etwas im Leben erschaffen.

Selbst in der Arbeit will man die Transformation, ein Architekt will überall und für jeden schöne Häuser bauen, ein Lehrer zum Beispiel möchte die Pädagogik revolutionieren.

Wir können sagen, dass wir den Körper bis zu einem vernünftigen Punkt befriedigen können, aber die Seele, die wollen wir erkennen. Der Körper konsumiert, die Seele bringt sich in Beziehung und der Geist bleibt immer präsent, er kann nie sterben, das geistige Prinzip bleibt.

Für die Meditation schafft jeder von uns ein Bild von der Bedeutung von Körper, Seele und Geist.

Fazit: Es wäre eine Herausforderung, wenn Heinz uns eine Übung geben würde und wir einen Inhalt entwickeln müssten.

Wie könnten wir die richtige Vorstellung für unser Leben und Werk schaffen? Er gab ein Bild für die Meditation. Durch die Inhalte wird die Kraft zur Vorstellungsbildung erhöht.

Führe mich vom Nicht-Sein zum Sein. Ein Inhalt entsteht durch Auseinandersetzung. Der Geist führt zur Freiheit, er existiert im Menschen und nicht in der Pflanze. Es ist der Geist, der so den Inhalt des Lebens erhöht.

übersetzt aus dem Italienischen

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