vergangene Meditationen

Die Wichtigkeit des gedachten Gedankens

Bei der Meditation in Lundo, am 01. September 2018, ging es um den Begriff des Sat (Sanskritsprache), dem Sein.

Heinz Grill leitete diese Meditation mit der Überlegung ein, dass der Gedanke nur existent ist, wenn er gedacht ist. Denn wenn er nicht gedacht ist, existiert er auch nicht. In der Yogaeinheit zuvor wurde der Spagat praktiziert, aber viel mehr noch wurde das Bild für den Spagat vorher aufgebaut. Wenn keiner den Spagat denken würde, würde er nicht existieren. Fachlich bezeichnet man in der Spiritualität das Sein eines Gedankens mit Sat und das Nicht-Sein mit Asat.

Das Sankrit-Lied: Asat Toma Sat Gamaya… spricht von dem notwendigen Prozess den Gedanken vom Nicht-Sein ins Sein zu führen. Alle bei der Meditation Anwesenden sangen dieses Lied.

Was für eine Bedeutung hat das Sein eines Gedankens für die Weltsituation? Eine Situation wo Lügen, Manipulationen vorherrschen? Der Wunsch nach einer friedvolleren Gesellschaft ist sicherlich vorhanden, ersichtlich an den zahlreichen Friedensdemonstrationen, die stattgefunden haben. Aber die Frage stellt sich, ob der Gedanke, wie eine friedvollere Gesellschaft wirklich aussieht, wie dementsprechende Beziehungen unter den Menschen sind, schon ausreichend gedacht wird? Gibt es dazu schon konkrete Vorstellungen? Die Friedensdemonstrationen sind nicht von ausreichend klaren gedanklichen Vorstellungen begleitet, sie sind kein Beitrag zum Frieden in der Welt. Es ist wie mit einem Hausbau, wenn die Vorstellung nicht gemacht wurde, dann fehlt die Existenzgrundlage und das Projekt ist zum Scheitern verurteilt. Die Existenz des Gedankens ist in allen Fällen notwendige Voraussetzung, damit sich etwas realisieren kann.

Zudem gibt es viele Tendenzen, die dem Denken von Idealen entgegenwirken.

In der Kirche soll man ein Bekenntnis abgeben, sie verlangt Gehorsam. Heinz zitierte eine Aussage der Kirche, die im Sinne ausdrückte, dass man sich nicht durch eigene Meinungsbildung über die Kirche stellen sollte, sondern die Wahrheit des Christentums so zu akzeptieren hat, wie es die Kirche sagt.

Auch das Flüchten in die Gruppe stellt eine Tendenz in der heutigen Zeit dar, die die Freiheit des Ichs eines jeden Einzelnen nicht entfalten lässt.

Das Denken eines Gedankens, eines Ideals, ist Aufgabe eines jeden Einzelnen. Jeder Einzelne kann Gedanken entwickeln. Tut er es nicht, liegt ein Versäumnis vor. Die Verwirklichung eines Ideal beginnt damit, dass es zuerst gedacht wird und danach erst findet es ins Leben hinein.

Ideale zu denken, ist in der heutigen Gesellschaft oftmals auch nicht erwünscht. Die Vorstellung eines autofreien Tales führt beim Bürgermeister sofort zur Empörung: „Das geht doch nicht!“

Die Meditation soll grundsätzlich förderlich sein für die Gedankenentwicklung, für mehr Unterscheidungsfähigkeit und auch für die Meinungsbildung. Es ist ein Unterschied, ob eine Meinung vorgegeben ist, die feststeht und anzunehmen ist, oder ob eine Anregung gegeben wird, wie man sich eigenständig eine Meinung bilden kann. Sich zu konfrontieren, sich in Beziehung zu bringen, um sich ein Bild von einer Sache zu machen. Aber wo wird diese Auseinandersetzung heutzutage angeregt? Viel mehr lebt man in vorgegeben Schemen: „Schokolade essen ist schlecht, Tofu essen gut.“, „Positiv denken, nicht das Negative sehen.“ Diese Schemen sind für die Spiritualität unbrauchbar.

Für die Meditation sind diese 2 Wesen zu betrachten:

Das erste zwängt ein durch seine aufgedrückte Meinung, spaltet ab und ertränkt das Interesse und die Stoffwechseltätigkeit.

Das zweite weckt durch Anregungen zur Unterscheidungsfähigkeit Interesse, erhöht die Stoffwechselaktivität und die Beziehungsfreudigkeit.

Innerhalb der 10-12 minütigen Meditation denken wir beide Wesen, bauen dazugehörige Bilder auf. Nach der Meditation reflektierten wir gemeinsam den Eindruck, die Empfindung, die diese beiden Wesen hinterlassen haben.

Das erste Wesen wurde als einengend, Licht abschirmend, dunkel und grau empfunden.

Das zweite wurde als lichthaft, weitend, anregend, mit der Farbe hellgrün beschrieben.

Caterina

Advertisements

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: