Der Wärmeäther wirkt von aussen nach innen

Für die Meditation am 28.12.2018 in Lundo wurde von Heinz Grill das Thema des Wärmeäthers gewählt. Es ist grundsätzlich förderlich einen Gedanken/einen Inhalt für die Meditation zu wählen und diesen in die Anschauung zu nehmen. Es ist dies die Tätigkeit, die am stärksten das Ich anregt, und zwar wenn man sich übersteigt und sich zu einem Gedanken in Beziehung bringt.

Der Gedanke soll nicht mit dem Intellekt ergriffen werden, d.h. nicht nur rezitieren und Informationen sammeln, sondern er soll mit der Zeit lebendig in die Erfahrung gebracht werden. Ein solcher Gedanke kann zum Bsp. sein “Die Seele lebt nach dem Tod weiter”. Man wird mit der Zeit dem Begriff der Seele und deren Existenz näher kommen. Dabei ist es wichtig, dass der Gedanke nicht fixiert, sondern objektiv betrachtet wird. Es ist eine bewusste Hinwendung notwendig und es muss eine inhaltliche Auseinandersetzung stattfinden. Der Gedanke soll nicht vorschnell nach innen hinein genommen werden, was sich beispielsweise darin ausdrückt, dass man sagt: “Ja, das habe ich verstanden.” Denn wenn der Gedanke nach innen genommen wird, dann kann er nicht als Seinsexistenz wahrgenommen werden. Die Sache muss wahrgenommen werden und der Gedanke im Gegenüber gepflegt werden.

Ein Teilnehmer merkte an, dass wenn der Gedanke im Außen bleibt, dann wirkt er nach innen, wenn er aber nach innen genommen wird, dann bleibt er äußerlich, dann bleibt er materiell. Heinz bestätigte diese Aussage und ergänzte, dass man erst zum Gedanken in Beziehung gehen muss und dann aus dem Gedanken in Beziehung geht.

Der Wärmeäther ist der erste von insgesamt 4 Äthern, der zweite ist der Lichtäther, dann der chemische Äther oder teilweise auch von Rudolf Steiner als Zahlenäther bezeichnet und der Lebensäther. Der Wärmeäther wird dem Herzen zugeordnet und dem Ich. Er hat jedoch nichts mit der Wärme zu tun, die wir bspw. im Stoffwechselprozess finden, sondern eher im Gegenteil er ist eher eine Art Kühle, kein Erhitzen. Er ist mit einer beruhigenden Empfindung zu beschreiben. Und der Wärmeäther wirkt zentripetal von aussen nach innen. Durch den Wärmeäther fühlt der Mensch sich freier in der Betrachtung.

Das Ich oder das Selbst wird nicht dadurch gefördert, dass jemand sein Ich „wahrt“, indem er beispielsweise dogmatisch an seiner Überzeugung festhält, sondern in dem Moment, wo er von sich selbst erst mal Abstand nimmt und auf etwas zugeht. Auch sich selbst zu schützen, führt nicht zur Selbstkraft. Was zum Erkraften der Ich-Kraft führt wurde von einigen Teilnehmern zusammengetragen:

  • eine geeignete Position einnehmen

  • Entscheidungen treffen

  • Verantwortung übernehmen

  • Wahrheitsrede

  • sich Konfrontieren und nicht alle Hindernisse nur umgehen wollen

An einem pädagogischen Beispiel möchte Heinz Grill das Eingreifen des Wärmeäthers demonstrieren. Er wählte einen gewöhnlichen Begriff: „Haare“.

Bei der Erwähnung dieses Begriffes begann jeder seine eigene Vorstellung zu schaffen, einer stellte sich braune Haare vor, für einen anderen war die Form der Haare wichtiger, einem anderen gefielen lange Haare bei Frauen. Es gibt Haare bei Menschen, Tieren und sogar Pflanzen haben teilweise Haare (Brennnessel) und so hätte noch jeder Teilnehmer seine Vorstellung darlegen können.

Eine Teilnehmerin beschrieb ein Bild für die Haare, dass diese sich an der Peripherie, an der Haut befinden und dass diese Haare auf bestimmte Einflüsse reagieren, z.b. stellen sich die Haare am Arm bei Kälte auf (Gänsehaut).

Da wurde ein Gedanke hereingeführt und dieser erweckte, ich möchte sagen bei jedem der über 50 Anwesenden, Interesse. Es entwickelte sich ein Wahrheitssuchen und Weiterdenken. Die Haare sind an der Peripherie und sie reagieren auf Stimmungen; wie sind die Haare, wenn jemand traurig ist oder fröhlich. Wie sind die Haare, wenn jemand in seiner ganzen Substanzkraft steht oder wenn er erschöpft ist? Ein Künstler könnte sich dieser Aufgabe widmen die Haare und in verschiedenen Lebenssituationen darzustellen. Stehen die Haare mit dem Kosmos in Beziehung? Die Indianer, die immer lange Haare hatten, wurden bei sich annähender drohender Gefahr in der Nacht wach. Als ihnen die Haare komplett abgeschnitten wurden, wachten sie in der Nacht nicht mehr auf, wenn Gefahr drohte.

Es wurde wahrgenommen, wie dieses Einführen eines Gedankens auf den Menschen zentrierend und beruhigend wirkte, obwohl auch Lebendigkeit durch Interesse entstand. Es wurde wie eine Schwelle überschritten, wo man von sich selbst wegkam und sich auf den Gedanken in ersten Schritten zubewegte.

Die ätherische Wärme ist leicht kühlend, nach innen wirksam ohne Hitze zu erzeugen. Sie wirkt von einem größeren Ganzen auf den Menschen, bis in die Tiefen hinein, bis ins Organische. Wie das Sonnenlicht von aussen auf den Menschen scheint, so wirkt die klare Vorstellung im aussen auf den Menschen.

Der Satz für die Meditation war folgender: „ So wie die Sonne von aussen auf den Menschen wirkt, so wirkt der Wärmeäther auch zentripetal, von aussen nach innen.“

Caterina

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