Das Ideal fürs Sarcatal

Bei der Meditation im lichthaften Dachgeschoss in Lundo am 21. April 2018 nahmen 52 Personen teil. Auch dieses Mal wurde die Notwendigkeit, ein Ideal zu denken in den Mittelpunkt gestellt. Heinz Grill begann seine Ausführungen damit, die Wichtigkeit Ideale richtig zu denken, hervorzuheben. Heutzutage leben wir in einer Wohlstandsgesellschaft, doch die Ideale, wie bspw. für den Weltfrieden, fehlen. Normalerweise nimmt man sich gar nicht die Zeit ein Ideal zu schaffen und zu denken, so viele andere Dinge sind zu erledigen…

Heinz Grill machte auf ein Mantra der Vedischen Schriften aufmerksam, eine Teilnehmerin sang es in Sanskrit:

Asato ma sat gamaya

Tamaso ma jiotir gamaya

Mritior ma amritam gamaya

Die erste Zeile bedeutet: Führe mich vom Nicht-sein in das Sein. Dies gilt auch heute noch für das Ideal, das richtig und gut gedacht werden muss, damit es existiert, damit es ein Sein wird. Wenn es nicht gedacht wird, dann existiert es auch nicht und es fehlt die geistige Substanz.

Das Ideal zu denken ist immer der erste Schritt, daraufhin entwickelt sich ein Gefühl und schließlich der Wille zur Umsetzung. Diese Gesetzmäßigkeit kann man in verschiedenen Beispielen in der Geschichte erkennen: zum Beispiel musste im Alpinismus erst das Erklettern einer vertikalen Wand gedacht werden, damit es sich zur heute bekannten Kletterkultur entwickeln konnte. Vorher wurde der Berg nur erstiegen, nicht erklettert.

Das Ideal dieser Meditation wurde in Bezug auf das Sarcatal und auch der Region um Ponte Arche geschaffen. Dem Ideal entsprechend werden dann keine Giftstoffe in der Landwirtschaft eingesetzt, alles wird biologisch angebaut. Das ganze Tal wird hauptsächlich sich selbst versorgen mit Produkten, die vor Ort anzutreffen sind: Orangen, Oliven, Avocado, Getreide usw., und große Lieferwagen brauchen nicht mehr kommen. Die ganze Region wird autofrei, es werden kleine Elektroautobusse fahren um die Menschen zum gewünschten Ziel zu bringen. Die Luft wird sauber sein, auch mit Proteinen in der Sphäre, wie es noch vor 15 Jahren der Fall war. Der Tourismus wird fluktuieren und es werden kulturelle, philosophische, sportliche u.a. Austauschmöglichkeiten angeboten, wo sich Menschen begegnen können, um Kultur zu entwickeln, im Gegensatz zu Veranstaltungen, die nur Emotionen fördern.

Dieses Ideal wurde in der Meditation für 10 Minuten konzentriert bildhaft gedacht. So wie ein Künstler das Bild malt, wird in der Meditation ein Bild für das Ideal gedanklich erbaut. Es ist sehr wichtig das Ideal zu denken, jeden Tag können einige Minuten dafür gewidmet werden, auch können wir es für andere Regionen denken, auch für die in der wir selbst wohnen. Wir dürfen nicht erwarten, dass die Politiker das Ideal denken. Wenn wir selbst anfangen, es zu denken, dann können es auch andere Menschen und auch die Politiker denken. Gedanken wie: Wirtschaftlich gesehen ist dieses Ideal unmöglich!, dürfen nicht die Führung übernehmen, sie müssen zurückgewiesen werden.

Eine Teilnehmerin fragte: Wenn eine Person sich wirklich bemüht ein Ideal zu denken, auch über längere Zeit, und dann sieht, dass es nicht verwirklicht wird, das kann sehr deprimierend sein. – Heinz Grill antwortete, dass jeder Gedanke in den Kosmos hineingeht und dann auch wieder eine Wirkung zurückbringt. Und vielleicht sind es nicht wir, sondern unsere Kinder, die diesen Gedanken umsetzen werden.

Caterina

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